
Eine Erdgas-Bohrstelle wie hier in Luenne (Niedersachsen) soll es bei uns in der Region künftig nicht geben. Zahlreiche Kommunen haben deshalb bereits eine Resolution des BUND unterzeichnet, auch Meßkirch will dies in der kommenden Woche tun. (Foto: Archiv)
Von Tobias Rehm
Messkirch: Pfullendorf und Bad Saulgau haben es bereits getan, nun soll auch Meßkirch folgen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag nächster Woche will die Stadt eine Resolution verabschieden, in der sie sich ausdrücklich gegen die umstrittene und unkonventionelle Erdöl- und Erdgasfördermethode Fracking (siehe Infokasten) ausspricht. Initiator dieser Resolution ist der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
„Wir lehnen Fracking ganz klar ab“, sagt der Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick. Er sei nicht davon überzeugt, dass diese Fördermethode gut beherrscht werden kann. Dies würde am Beispiel der USA deutlich werden. „Fracking ist für uns sicher keine Option“, so Zwick. Schließlich sei in der hiesigen Region mit den kargen Böden Wasser das einzige Gut unter der Erdoberfläche. „Und wenn unser Wasser auch nur ansatzweise in Gefahr gebracht wird, brauchen wir über Fracking überhaupt nicht zu diskutieren.“
Den gleichen Standpunkt vertritt auch der Regionalverband des BUND. Er verschickte deshalb an zahlreiche Kommunen Resolutionen mit der Bitte diesen zu unterzeichnen. In dem eineinhalbseitigen Schreiben wird unter anderem von „grundsätzlichen Bedenken gegen diese überaus risikoreiche Art der Gasgewinnung“ geschrieben. Außerdem sei das Fracking-Verfahren bundesweit und ausnahmslos zu verbieten. „Das Fracking-Gutachten des Umweltbundesamts hat an vielen Punkten diese Art der Förderung abgelehnt. Wir wollen von den Gemeinden deshalb ein klare Aussage, wie sie zu diesem Thema stehen“, sagt Regionalgeschäftsführerin Rita Strieckmann. Die Resolutionen sollen an die Umweltministerien in Stuttgart und Berlin sowie an die Abgeordneten des Bundestages und des Europäischen Parlament geschickt werden. „Die Politiker sollen wissen, dass den Kommunen die Risiken zu hoch sind“, sagt Strieckmann.
Zwick wertet Resolution als politisches Signal
Arne Zwick steht der Resolution positiv gegenüber. „Ich sehe die Resolution als flächendeckendes, politisches Signal.“ Er kenne auch keinen Bürgermeisterkollegen, der Fracking gut findet. Und auch wenn die Gemarkung Meßkirch von den Fracking-Plänen nicht direkt betroffen ist, bestehe doch die Gefahr, dass Bohrungen in der Nähe weitreichende Auswirkungen hätten. 15 Kommunen haben die Resolution bisher verabschiedet, Strieckmann ist sich sicher, dass weitere folgen werden. Eine der nächsten wird Meßkirch sein – zumindest geht Zwick davon aus. „Vielleicht gibt es noch das ein oder andere bekräftigende Statement in der Sitzung, aber ansonsten gibt es da nicht viel zu diskutieren. Wir müssen unser Wasser schützen.“
(Erschienen: 25.01.2013 18:20)